Schwere Vorwürfe gegen Lübecker Osteuropa-Spedition
Die Liste der Vorwürfe gegen eine insbesondere im Osteuropa-Verkehr tätige Lübecker Spedition mit Niederlassungen rund um die Ostsee und deren Geschäftsführer Robert K. ist lang: Sie reicht von Unterschlagung über Subventionsbetrug bis zu illegaler Beschäftigung russischer Lkw-Fahrer.
Ermittelt haben diverse Behörden bereits seit mehr als zwei Jahren. Schon im Februar 2007 sind die Geschäftsräume und das Haus des Hauptbeschuldigten durchsucht worden. Jetzt wurde Robert K. Anfang März 2009 an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat beim örtlichen Amtsgericht einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erwirkt. Die bestehe, weil der russisch-stämmige Kaufmann enge persönliche und geschäftliche Beziehungen nach Osteuropa und dort auch Konten unterhalte.
Mit den Ermittlungen ist eine eigene Ermittlungsgruppe aus zwei Staatsanwälten, vier Zollbeamten, zwei Steuerbeamten und zwei Beamten des Kommissariats für Wirtschaftsstraftaten der Bezirkskriminalinspektion Lübeck befasst. Sie wirft Robert K. weit mehr als hundert Straftaten vor. So soll K. in der Spedition sechzig meist ausländische Fahrer und in einem weiteren Speditionsbetrieb 172 Fahrer litauischer und polnischer Staatsangehörigkeit beschäftigt haben. Die hatten keine Arbeitserlaubnis und sind auch nicht zur Sozialversicherung angemeldet worden. Dadurch sollen Sozialbeiträge von 2,7 Millionen Euro vorenthalten worden sein.
Der Vorwurf der Unterschlagung betrifft 37 Zugmaschinen und 20 Auflieger. Die geleasten Fahrzeuge wurden kurzfristig in Lübeck angemeldet und dann nach Litauen weiterverkauft worden sein. Die Fahrzeuge sollen einen Wert von 3,785 Millionen Euro gehabt haben.
Darüber hinaus soll K. von der KfW-Bank für emissionsarme Dieselfahrzeuge jeweils rund 3 800 Euro Zuschüsse kassiert haben, ohne die Fahrzeuge mindestens entsprechend den Vereinbarungen zwei Jahre zu betreiben. In einigen Fällen sollen gefälschte Unterlagen vorgelegt worden sein. Die Staatanwaltschaft errechnet einen Schaden von rund 45.000 Euro.
Die beschuldigte Speditionsfirma besteht seit 1992. Sie beschäftigt 140 Mitarbeiter und verfügt über 100 Zugmaschinen, 150 Anhänger und 50 Kühllastwagen.
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