Haithabu-Museum eröffnet erst Ende März wieder
Glaubwürdigkeit präsentieren können wie das Wikinger Museum Haithabu vor den Toren Schleswigs. Nach Fertigstellung des siebten und letzten Wikingerhauses und damit dem Abschluss des Siedlungsprojektes im historischen Halbkreiswall im Sommer 2008 und der fast zwei Millionen Euro umfassenden umfangreichen Modernisierung des Museums im Winterhalbjahr 2009/2010 hat sich das Archäologische Landesmuseum Schloß Gottorf für den Bereich der Wikingerforschung und –vermittlung neu aufgestellt. Am 28. März wird das “neue” Wikinger Museum Haithabu seine Tore öffnen und wie auch die Wikinger Häuser Haithabu bis zum 31. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet sein.
Haithabu war in der Wikingerzeit einer der bedeutendsten Siedlungsplätze Nordeuropas. Hier liefen die wichtigsten Fernhandelswege zusammen. An diesem Ort mit seiner internationalen Bevölkerung konnte die christliche Mission Fuß fassen. Das Handwerk wies in der Fertigung zahlreicher Güter einen hohen Entwicklungsstand auf. Heute noch umschließt ein mächtiger Halbkreiswall das 26 Hektar große ehemalige Siedlungsgebiet der frühmittelalterlichen Stadt am Haddebyer Noor. Nach Westen erstreckt sich das eindrucksvolle Befestigungssystem des Danewerks.
Das Wikinger Museum Haithabu, heute unter dem Dach der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, ist der Archäologie und Geschichte der Siedlung Haithabu gewidmet. Es liegt in unmittelbarer Nähe der historischen Stätte. Das Leben in diesem Ort, der noch heute von einem mächtigen Halbkreiswall umschlossen wird, trug bereits Merkmale des Lebens in einer frühmittelalterlichen Stadt. Seit 1900 haben archäologische Ausgrabungen in der Siedlung, an den Befestigungsanlagen und auf den Gräberfeldern stattgefunden. 1979 bis 1980 wurde auch der Hafenbereich untersucht. Anhand dieses archäologischen Fundmaterials informierte mehr als zwei jahrzehntelang die Schausammlung des Museums umfassend über die Fragen und die Ergebnisse der Forschung.
Nach 24 Jahren, in denen rund 4 Millionen Besucher das Wikinger Museum Haithabu zu einem der erfolgreichsten Museen im Norden Deutschlands machten, wurde der Komplex im Winterhalbjahr 2009/2010 mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und der Stiftung Schloß Gottorf umfangreich modernisiert, neu geordnet und im wissenschaftlichen Bereich aktualisiert – und pünktlich zum 25-jährigen Bestehen runderneuert wieder eröffnet. Die Errichtung einer neuen Dauerausstellung und der Bau eines Glasdaches für den Innenhof sind den Investoren insgesamt 1,8 Millionen Euro wert gewesen. Geplant wurde das Vorhaben von dem museumserfahrenen Büro „Space 4“ aus Stuttgart.
Die neue Dauerausstellung im Wikinger Museum wird weiterhin Themen wie Haushalt, Verteidigung, Bestattung sowie Handel und Handwerk behandeln, anschaulich gemacht durch die Kombination von Funden, Rekonstruktionen, Modellen und Texten. Auch wird in der Schiffshalle weiterhin das königliche Langschiff aus dem Hafen von Haithabu präsentiert. Doch es werden viele der heute bekannten Ausstellungsgegenstände in ein neues Licht und eine neue zeitgemäße Ausstellungsarchitektur gerückt, und viele Funde kommen auch neu hinzu. Sie sind Zeugen der Weiterentwicklung der Wikingerforschung am Haddebyer Noor, die es zwischen 1980 und heute gegeben hat. Allerdings wird es nach Angaben des Projektverantwortlichen Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Direktor des Archäologischen Landesmuseums auf Schloß Gottorf, in der neuen Dauerausstellung anders als früher nur bedingt um den Blick auf die wissenschaftlichen Leistungen der letzten 100 Jahre gehen, sondern vielmehr darum, die Museumsbesucher im 21. Jahrhundert abzuholen und sie für eine gewisse Zeit in die Zeit der Wikinger zu entführen.
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