Proteste begleiten CyClassics
Mit vielfältigen Aktionen hat heute ein Bündnis aus verschiedenen Umweltinitiativen gegen das von VATTENFALL gesponserte Cyclassic-Radrennen protestiert. Die Organisationen betonen ausdrücklich: Wir haben nichts gegen den Radsport und viele von uns sind nicht nur aus Klimaschutzgründen begeisterte RadfahrerInnen. Aber wir nehmen nicht hin, dass einer der größten deutschen Klimakiller-Konzerne den Radsport mit seinem Sponsoring missbraucht und damit von seiner Mitverantwortung für die stattfindende Klimakatastrophe abzulenken versucht. Als Greenwashing hat diese schönfärberische Verdrehung der Wirklichkeit einen Namen bekommen!
Vattenfall gehört zu Europas größten CO2-Emitenten und heizt damit die Klimakatastrophe weiter an. Als fünftgrößter Stromerzeuger in Europa ist Vattenfall mit über 80 Mio. Tonnen CO2 einer der größten Klimasünder in Europa. Der Anteil der besonders klimaschädlichen Braunkohle macht an der Stromerzeugung nach eigenen Angaben von Vattenfall 80 Prozent aus.
Wie dramatisch die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung sind, zeigen die aktuellen Umweltkatastrophen in Pakistan, Indien, Russland, Ostdeutschland, Polen und vielen anderen Regionen der Welt. Der anerkannte Klimaforscher Mojib Latif von der Universität Kiel geht davon aus, dass diese nur ein Vorgeschmackvon dem sind, was uns in Zukunft erwartet.
„Vattenfall muss aufhören, von seiner katastrophalen Klimabilanz abzulenken. Statt in erneuerbare Energien zu investieren, baut Vattenfall in Moorburg und Boxberg sogar neue klimaschädliche Kohlekraftwerke. Damit ist Vattenfall mitverantwortlich für die weltweite Zunahme von Umweltkatastrophen, wie wir sie derzeit in Pakistan oder Russland und vielen anderen Regionen der Welt leben,“ so Dirk Seifert, Sprecher des Bündnisses gegen das Vattenfall-Greenwashing und Energiereferent von ROBIN WOOD.
„Wenn es gelingen soll, noch schlimmere Katastrophen zu verhindern und die Klimaerwärmung zu begrenzen, brauchen wir einen grundlegenden Wandel im Denken und in der Energieerzeugung. Deshalb muss Vattenfall mit seinem Greenwashing die gesellschaftliche Akzeptanz entzogen werden! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen beitragen“, so Dirk Seifert weiter.
Parallel zu den Aktionen am Rande der Rennstrecke hat eine Gruppe „Gegenstrom10“ die Teilnehmer und BesucherInnen des Radrennens sowie Vattenfall zu einer „Denkpause“ aufgerufen.
Pastor Dr. Friedrich Brandi-Hinnrichs von der Friedenskirche in Hamburg-St. Pauli äußerte Verständnis für die Aktionen der Umweltschützer: „Die Menschheit steht am Scheideweg und es muss schnellstens gehandelt werden, damit nicht noch mehr Menschen Opfer der stattfindenden Klimakatastrophe werden. Es ist einfach unerträglich, dass Vattenfall den sympathischen Radsport dazu missbraucht, sich ein grünes Mäntelchen umzuwerfen. Angesichts zunehmender Katastrophen und der Untätigkeit von Regierungen und Stromkonzernen müssen wir den Klimaschutz selbst in die Hand nehmen.“
Das haben zuletzt die gescheiterten Klima-Verhandlungen in Kopenhagen gezeigt. Aber während Vattenfall mit hohen CO2-Emissionen dazu mit beiträgt, das in Folge extremer Wetterereignisse Menschen Hab und Gut oder gar ihr Leben verlieren, werden diejenigen kriminalisiert, die sich dagegen wehren: Die Umwelt-Aktivistin Franziska sitzt seit Freitag in der JVA Offenburg eine zweiwöchige Strafhaft ab, weil sie sich an einer Aktion gegen den Bau des Klimakiller-Kraftwerks in Hamburg-Moorburg beteiligt hat.
.. und die Ergebnisse
Die fünfzehnten Vattenfall Cyclassics feiern ihren ersten Wiederholungssieger im Profirennen sowie einen neuen Starterrekord bei Jedermann.
Tyler Farrar vom Team Garmin-Transitions hat das UCI ProTour-Rennen der Vattenfall Cyclassics 2010 gewonnen. Der 26-jährige US-Amerikaner setzte sich im Massensprint auf der Mönckebergstraße knapp vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Deutschen André Greipel durch. Damit bricht Farrar, der schon im Vorjahr in Hamburg ganz oben auf dem Siegerpodest stand, die Serie, in der bisher kein Fahrer die Vattenfall Cyclassics zweimal gewinnen konnte.
“Mein Team hat mich bis zwei Kilometer vor dem Ziel vorbildlich unterstützt. Ab da war ich auf mich allein gestellt – klasse, dass es bis ins Ziel gereicht hat, damit zählen die Cyclassics endgültig zu meinen Lieblingsrennen”.  freute sich der Amerikaner. Greipel, der als einer der Favoriten und mit klaren Siegambitionen nach Hamburg gekommen war, analysierte das Rennen für sich mit einem lächelnden ie weinenden Auge: “Ich danke meinem Team für die sehr gute Unterstützung bis zum Sprint. Letztlich war ich hier dann auf der falschen, linken Seite, obwohl Erik Zabel mir vorher noch geraten hatte, mich im Sprint rechts zu halten. Schade, dass es wieder nicht ganz gereicht hat”
Nicht nur die drei Erstplatzierten trennte auf der Ziellinie nur ein Hauch, auch die Tatsache, dass die ersten 41 Fahrer zeitgleich ins Ziel kamen, zeigt, wie eng das Feld im Sprint beieinander lag.
Neben dem in weiten Teilen spannenden Profirennen erfreute erneut auch das Jedermannrennen die Gemüter. Insgesamt circa 800.000 Zuschauer an sowie knapp 20.500 Teilnehmer – neuer Starterrekord – auf der Strecke ließen die Zeichen an diesem Sonntag gänzlich auf Pro-Radsport stehen. Für Begeisterung sorgten hier insbesondere der schwergewichtige Komödiant Tetje Mierendorf, Fußballlehrer Horst Hrubesch sowie das Duo Helmut Schulte (Sportchef FC St. Pauli) und Lou Richter (Moderator). Das Messe- und Rahmenprogramm mit circa 300.000 Besuchern sowie hochkarätige Youngclassics- und Specialclassics-Rennen taten ihr Übriges.
Eine positive Veranstaltungsbilanz zog daher Upsolut-Geschäftsführer Frank Bertling: “Im Jubiläumsjahr der Vattenfall Cyclassics beweist Hamburg einmal mehr, dass es zu den Radsporthochburgen in Europa zählt. Nicht nur die Rekord-Starterzahlen und der euphorische Zuschauerzuspruch tragen hierzu bei, sondern auch die Tatsache, dass die Vernunft unter den Teilnehmern in den letzten Jahren, trotz auch hier leider nicht ausbleibender Unfälle, kontinuierlich zugenommen hat”
Der Termin für die 16ten Vattenfall Cyclassics fällt auf den 14. August 2010.
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