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Goldener Handschlag für HHS-Chef Nonnenmacher: Vier Millionen Euro

19. Dezember 2010 [ Kein Kommentar ]

kopper117_v-contentkleinDirk Jens Nonnenmacher, scheidender Vorstandschef der HSH Nordbank, erhält nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Focus” eine Abfindung von knapp vier Millionen Euro. Darauf hätten sich Aufsichtsratsvorsitzender Hilmar Kopper und Nonnenmacher geeinigt, berichtete das Magazin am Sonnabend vorab. Neben dem festen Gehalt von jährlich 500.000 Euro bis zum Vertragsende im Oktober 2012 umfasse die Summe Ansprüche zur Altersvorsorge zuzüglich bereits aufgelaufener Tantiemen (Boni).

Vertrauen der Nord-Regierungen verloren

Der 47-jährige Nonnenmacher hatte nach mehreren angeblichen Spitzelaffären das Vertrauen der Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg verloren. Anfang November forderten die Hauptanteilseigner den Aufsichtsrat auf, Nonnenmacher zu entlassen. Kopper hatte sich jedoch immer wieder hinter den Bankchef gestellt und betont, er sehe keine Pflichtverletzung.

Am vergangenen Mittwoch verständigte sich der Aufsichtsrat schließlich auf Paul Lerbinger als Nachfolger Nonnenmachers. Der 55-jährige Investmentbanker übernimmt die Leitung der Bank am 1. April 2011. Sein Vertrag ist auf drei Jahre bis 2014 angesetzt.

Vertragsformulierungen machen Aufsichtsrat “sprachlos”

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin “Spiegel” sagte Aufsichtsratschef Kopper zu den Boni-Ansprüchen Nonnenmachers: “In den alten Verträgen gab es Formulierungen, die sogar mich sprachlos gemacht haben.” Bislang konnte Nonnenmacher kein pflichtwidriges Verhalten im Amt nachgewiesen werden.

Kopper: “Crux sind die Eigner”

Kopper nahm Nonnenmacher stets in Schutz. (Archivfoto) Kopper kritisierte in dem Interview außerdem die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein scharf: “Die Crux der HSH sind die Eigner”, sagte er. “Die Abgabe der Aktienmehrheit durch Hamburg und Schleswig-Holstein würde ich gern beschleunigen”, sagte er weiter. Als neuen Großaktionär könne er sich auch eine chinesische Staatsbank vorstellen: “In der Not frisst der Teufel Fliegen.” Die Ermittlungen gegen die angeschlagene Landesbank nannte er ein “Trauerspiel”. “Die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen laufen seit zwei Jahren und haben bisher zu nichts geführt”, sagte er.

Aufsichtsratschef als “Trümmerfrau”

Wer die “Spinne” im Affärennetz war, ist für den 75-Jährigen klar: “Die Spinne heißt Prevent, glaube ich. Im Nachhinein war es wohl ein Fehler, Prevent zu engagieren. Bei allem, was wir jetzt aufdecken: Dauernd stoßen wir auf Prevent. Da kann ja was nicht stimmen.” Kopper glaubt, die Firma habe derart unter Druck gestanden, dass sie “meinte, Erfolgsmeldungen produzieren zu müssen”. Kopper selbst fühle sich in all den Affären “wie die Trümmerfrau, die nun saubermacht”. Er wolle aber nicht auf halber Strecke abspringen und werde nun länger bleiben als er ursprünglich geplant habe, um den neuen Vorstandschef Lerbinger mit einzuarbeiten.

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Autor/in: Horst Schinzel Quelle: NDR online Abo: RSS-Feed | Mehr...




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